Die MGA fährt ans EMF 2016 nach Montreux

Am Freitag, 22. Januar 2016 trafen sich 45 Aktivehren- und Aktivmitglieder zur 135. Hauptversammlung im Restaurant Kreuz in Allmendingen. Gleich zu Beginn konnten die drei Kandidaten Yolanda Langenegger (Klarinette), Stefanie Feller (Waldhorn) und Stefan Maibach (Perkussion) als Aktivmitglieder in die MGA aufgenommen werden. Leider gab es auch Rück- bzw. Austritte zu verlesen. Kaspar Grossmann (Euphonium), Jasmin Bleuer (Oboe) und Simon Zoss (Saxophon) sind aus der MGA ausgetreten. Neu in den Vorstand wurde Christoph Mischler als Vizepräsident gewählt. In der Musikkommission gab es mehrere Wechsel. Neu gewählt sind: Urs Stucki (Muko-Präsident), Stefanie Schär (Archivarin), Erika Zimmermann (Ausbildungsleiterin) und Thomas Walther (Beisitzer). Martin Schranz ist seit August 2015 unser neuer Dirigent. Im Jahresbericht der Präsidentin erhielten die Anwesenden einen Rückblick auf das vergangene Vereinsjahr. Ein besonderes Highlight war die Organisation und Durchführung des Kreismusiktages Kreis lll in Allmendingen/Thun, welcher sogar mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen werden konnte. Der Mitgliederbestand beträgt per Ende 2015 57 Aktive, 6 Kandidaten und 677 Passivmitglieder. Die erste Kassierin Eva Wolf machte einige Ausführungen zu unserer Jahresrechnung 2015, welche glücklicherweise positiv abgeschlossen werden konnte. Das Jahresprogramm 2016 sieht Mitte März das Unterhaltungskonzert, ein Vorbereitungskonzert in der Kirche Schwarzenegg und im Juni als Höhepunkt die Teilnahme am Eidg. Musikfest in Montreux vor. Nach rund drei Stunden schloss die Präsidentin die Versammlung, dankte allen für ihre Mitarbeit und Unterstützung in ihrer Amtszeit und leitete zum gemütlichen Teil über.

Liliane Zimmermann


Eine unvergessliche Musikreise

Am Freitag dem 19.06.2015 versammelten sich um 13.15 Uhr die Mitglieder der Musikgesellschaft Allmendingen auf dem Parkplatz der Mehrzweckhalle in Allmendingen. Alle waren bei bester Laune und hochmotiviert für die bevorstehende Musikreise nach Kirchberg. Es sollte allerdings nicht einfach nur eine Musikreise werden, sondern ebenfalls mit einem Gemeinschaftskonzert mit der Blechharmonie Kirchberg verbunden werden. Um 13.30 Uhr machten wir uns auf die lange Carfahrt in Richtung St. Gallen. Die 3 stündige Fahrt vertrieben sich einige mit Jassen, die andern mit angeregten Gesprächen oder einem kleinen Nickerchen. In Kirchberg angekommen bezogen wir sogleich unsere Zimmer in dem wunderschönen Restaurant & Hotel Toggenburgerhof, welches den Eltern unseres Dirigenten Enrico Calzaferri gehört. Mit einem leckeren Abendessen erholten wir uns von der langen Reise und stärkten uns für die noch bevorstehende Hauptprobe mit der Blechharmonie Kirchberg. Das erste Zusammenspiel klappte wunderbar und wir konnten uns bereits an die Akustik der atemberaubenden katholischen Kirche Kirchberg gewöhnen. Den Abend liessen wir dann in der Bar des Restaurants Eintracht gemeinsam bei lustigen Gesprächen und etwas Flüssigem ausklingen.

Am Samstagmorgen durften wir ein reichhaltiges Frühstücksbuffet geniessen bevor wir uns auf einen kurzen Ausflug in die Erlebniswelt Toggenburg nach Lichtensteig begaben. Dort gab es nebst der grössten Hobby-Modelleisenbahnanlage Europas noch Oldtimer Motorräder, Motormäher und landwirtschaftliche Arbeitsgeräte sowie Dampfmaschinen zu bestaunen. Zudem durften wir eine zirka 30 minütige Vorführung der Modelleisenbahnanlage mit interessanten Hintergrundgeschichten geniessen. Um die Mittagszeit machten wir uns auf den Rückweg. Jedoch nicht, ohne einen Zwischenstopp im Kägi Glücksshop in Lichtensteig einzulegen und uns alle mit Bruchware und anderen Leckereien einzudecken. Der Nachmittag wurde zum Verdauen des vorzüglichen Mittagessens, welches wir wiederum im Toggenburgerhof einnahmen, und zur mentalen Vorbereitung auf das bevorstehende Konzert am Abend verwendet.

Als kurz nach 18.00 Uhr die letzten Kirchenglocken verklungen waren, eröffneten wir das Gemeinschaftskonzert mit dem Stück „Festmusik der Stadt Wien“. Die Ansage des Konzerts wurde durch unsern wortgewandten Christoph Mischler übernommen, der vor dem hauptsächlich aus dem Kanton St. Gallen stammenden Publikum sein schönstes Berndeutsch zum Besten gab. Es folgten die Werke „Elsa’s Prozession zum Münster“ gefolgt von „Die Hexe und die Heilige“. Enrico Calzaferri und der Dirigent der Blechharmonie, Roman Ledergerber wechselten sich mit dem Dirigieren des etwa 100 köpfigen Orchesters ab. Bei dem nächsten Stück „Deep Inside the Sacred Temple“ aus der Oper „Die Perlenfischer“ musste jedoch sogar ein dritter Dirigent zum Dirigierstab greifen, denn Enrico und Roman gaben bei diesem wunderschönen Euphoniumduett ihr Können zum Besten. Da es sich bei diesem Konzert um das letzte von Enrico mit der Musikgesellschaft Allmendingen handelte, haben sich die Musikanten der MGA nach Einweihung der Kollegen von Kirchberg einen kleinen Scherz erlaubt. Als Enrico nämlich das nächste Stück „Jupiter Hymn“ zu dirigieren begann, fing zwar das ganze Orchester zu spielen an, jedoch nicht das, was er eigentlich erwartete. Es erklangen die Melodien des „Berner Marsch“. Den Blick und den kurzen Moment der Verwirrung und Fassungslosigkeit unseres Dirigenten werden wir bestimmt noch lange in bester Erinnerung behalten. Anschliessend kamen die Zuhörer dann doch noch in den Genuss von „Jupiter Hymn“ gefolgt von „The Wizard of Oz“ und „Mercury“. Als Zugabe wurde dann nochmals der „Berner Marsch“ gespielt und das zahlreich erschienene Publikum verdankte das grossartige Konzert mit einem kräftigen Applaus.

In einem Nebengebäude der Kirche gönnten wir uns anschliessend gemeinsam ein fantastisches Abendessen. Den Rest des Abend verbrachten wir in der Bar im Toggenburgerhof, wo noch bis in die frühen Morgenstunden getanzt, gesungen, gelacht und gefeiert wurde. Am Sonntagvormittag mussten wir nach einem letzten Frühstück in Kirchberg leider bereits den Rückweg antreten. Es wurde ein Zwischenhalt in Luzern gemacht, um ein Mittagessen einzunehmen, bevor wir dann um etwa 16.00 Uhr wieder in Allmendingen ankamen. Uns allen wird diese Musikreise und das Gemeinschaftskonzert in unvergesslicher und wunderschöner Erinnerung bleiben.

Florian Burger


„wunderbAare“ Musik – 23. Bernisches Kantonalmusikfest 2014 in Aarwangen

Am Sonntagmorgen, 22. Juni 2014, strömten die MGAlerinnen und MGAler gegen 7.30 Uhr bei schönstem Ausflugswetter zum Schulhaus Allmendingen, um nach kurzem Einspielen im Probelokal die Carfahrt Richtung Aarwangen anzutreten. Die Stimmung war sehr gut, vielleicht auch ein wenig nervös, aber auch voller Vorfreude und Spannung, das lange Einstudierte an diesem Tag vor Jury und Publikum vorzutragen. Die Einen gönnten sich während der Fahrt noch etwas Schlaf, während die Anderen bereits angeregt diskutierten.

Nach Ankunft in Aarwangen wurden die Instrumente im zugewiesenen Depot abgelegt und danach konnten sich die MusikantInnen am individuellen Empfang auf dem Festgelände unter schattigen Bäumen mit Kaffee und Züpfe stärken.

Parademusik
Aber die Gemütlichkeit war von kurzer Dauer, bereits um 10.30 Uhr stand die Bereitstellung zur Marschmusik auf dem Programm. Also begab sich die MGA in Uniform komplett und mit Instrumenten zur Paradestrecke. Zum Glück zogen ein paar kleine Wolken am blauen Himmel vorbei, denn es war bereits recht heiss, als wir uns einreihten und zur Marschmusik aufstellten. Die Reihen wurden unter Anweisung unseres Dirigenten Enrico Calzaferri ganz genau ausgerichtet. Fast gleichzeitig erfuhren wir von der Jury, welchen der beiden angemeldeten Märsche wir zu spielen hatten. Nach dem Startkommando marschierten wir mit dem Marsch „Viva Arogno“ über die Paradestrecke, immer begleitet und begutachtet von einem Mann aus dem Juryteam. Bereits kurz nach dem Auftritt wurden über Lautsprecher die Punktzahlen bekannt gegeben. Mit der erreichten Punktzahl von 102,5 konnte man zwar den späteren Rang noch nicht wissen, aber wir durften sicher mit dem Resultat zufrieden sein.

Konzertmusik
Viel Zeit zum Nachdenken und Ausruhen blieb sowieso nicht. Während der individuellen Mittagsverpflegung erfuhren die Präsidentin Samantha Schober und die Musikkommissions-Präsidentin Ruth Widmer an der Auslosung im Festzelt die Konzertreihenfolge in unserem Startblock. Da wir als Erste zu spielen hatten, war also bereits Zeit für das Einspielen in der Turnhalle und anschliessend stand um 13.00 Uhr das Wettspiel in der Mehrzweckhalle auf dem Programm. Die Halle war gut besetzt, die Jury hinter dem Sichtschutz bereit und die Anspannung und Nervosität stieg nun doch mächtig an. Nach einer kurzen Tonprobe trugen wir zuerst das Aufgabestück der 1. Klasse Harmonie, „Alpine Holiday“ von James Barnes und nach einer kurzen Pause unser Selbstwahlstück „The Hounds of Spring“ von Alfred Reed vor. Nach dem Applaus aus dem Publikum und dem zufriedenen Gesichtsausdruck und Zunicken unseres Dirigenten konnten wir erleichtert und gelöst die Bühne verlassen.

Tambourenwettspiel
Bereits kurz nach dem Wegräumen der Instrumente begleitete eine grosse Schar MGAlerinnen und MGAler unsere Tambouren zum Gasthof „zum Wilden Mann“, wo diese zum Tambourenwettspiel antraten. Auch hier spürte man förmlich die Spannung in der Luft, als unser Trio in der Kategorie 3er Gruppenspiel ihr Stück „Tschiggodoro“ von Daniel Kern vor den Experten vortrug. Die Jury hatte ihre Notizen gemacht, der Applaus war geerntet – und ab jetzt war für alle nur noch Geniessen angesagt, sei es beim verdienten kühlen Bier, einem leckeren Softice im Schatten, einer gemütlichen Jassrunde oder einem lockeren Schwatz mit altbekannten Gesichtern aus anderen Musikvereinen. Viele genossen auch noch weitere Konzertvorträge, wobei auch wiederholt unser Aufgabestück zu hören war. Das Einschätzen, ob nun unsere Version oder jene von den Konkurrenten besser war, war allerdings sehr schwer und nach Diskussion untereinander auch Geschmacksache. So blieb die Spannung auf die Rangverkündigung gross.

Veteranenehrung/Rangverkündigung
Um 18.00 Uhr konnten die Vereine während dem Nachtessen im Festzelt die Veteranenehrung geniessen. Unsere Fahnenträgerin Jasmin Bleuer und die Fahnenträger der übrigen Vereine schritten feierlich durch das ganze Zelt nach vorne zur Bühne, gefolgt von den zu ehrenden Veteranen. Mit Marc Scheuermann hatte auch die MGA jemanden zu feiern. Marc durfte für 30 Jahre aktives Musizieren die Auszeichnung zum Kantonalen Veteranen entgegennehmen. Unter grossem Applaus holten diverse Vereine ihre Geehrten von der Bühne ab. Spontan waren auch einige MGAlerinnen und MGAler mit einem kurzerhand von einem Sitzbank abmontierten Holzbrett zur Stelle, und Marc wurde darauf zu unseren Tischen zurück getragen und von allen Seiten beglückwünscht. Wir gratulieren Marc an dieser Stelle nochmals herzlich zur Ernennung zum Kantonalen Veteranen! Dann war es so weit, die mit Spannung erwartete Rangverkündigung stand auf dem Programm. Leider war der Lärmpegel im Festzelt so hoch, dass der Speaker oft mit seinen abgelesenen Rängen und Punktzahlen nicht oder kaum zu hören war. Die MGA erreichte in der 1. Klasse Harmonie bei der Parademusik mit 102,5 Punkten den 4. Rang und bei der Konzertmusik mit total 163,00 Punkten (Aufgabestück 76,00 und Selbstwahlstück 87,00 Punkte) den 6. Rang. Bei der doch starken Konkurrenz in dieser Kategorie, teils auch noch Gastvereine, durften wir mit diesen Punktzahlen und Rängen zufrieden sein. Die Tambouren erzielten eine Punktzahl von 62,3 und belegten damit den 1. Rang. Da sie in ihrer Kategorie (3er Gruppenspiel) die Einzigen waren, fehlte natürlich die Vergleichsmöglichkeit.

Ausklang/Rückreise
Zum Feiern gönnten wir uns vor der Rückfahrt draussen vor der Bar noch einen Drink oder ein Bier und liessen den bewegten, schönen Tag nochmals aufleben. Auf der Rückreise fuhren wir direkt in Richtung Regenfront, was aber der Stimmung im Car nichts anhaben konnte. Mit vielen eindrucksvollen Momenten trat in Allmendingen jede Musikantin und jeder Musikant ihre/seine individuelle Heimreise an.

Sonja Bachmann


Zürcher Kantonalmusikfest

An einem schönen Sonntagmorgen besammelten wir uns um 6 Uhr früh beim Schulhaus Allmendingen. Es herrschte eine gute Stimmung, wenn auch viele noch etwas verschlafen wirkten. Auf der Fahrt nach Zürich lehnten sich dann die meisten in ihren Sitzen zurück und schliefen noch ein wenig, diejenigen die sich wachhalten konnten, wurden mit Kaffee und Gipfeli verpflegt.

In Winterthur angekommen, bezogen wir unser Instrumentendepot und genehmigten uns in der Festhalle ein kleines Znüni. Um 10.30 hatten wir unseren ersten Einsatz auf der Marschmusikstrecke, wo wir uns auf dem guten 3. Tagesrang und dem 4. Gesamtrang platzierten. Nach dem Mittagessen starteten die Wettspiele im Theater Winterthur. In einem gut gefüllten Saal zeigten wir eine gute Leistung und konnten uns auf dem 4. Rang platzieren. Direkt nach dem Konzert war ein Fototermin angesagt. Bei gefühlten 30 Grad posierten wir für den Fotografen an der prallen Sonne. Am späteren Nachmittag wurde dann die Kameradschaft gepflegt. Einige gingen an die Auftritte anderer Musiken, andere blieben bei der Festhalle und liessen es sich bei Bier und Wurst gut gehen. Nach der Rangverkündigung machten wir uns, etwas müde vom langen Tag aber gut gelaunt, auf den Rückweg nach Thun.

Simon Zoss

„Was zum Teufel?!“, dachte ich mir, als am Sonntagmorgen (!), 16.06.2013, meine kaum zu öffnenden, unter dem Wunsch nach Schlaf leidenden Augen die Uhrzeit 5 Uhr auf meinem als Wecker funktionierenden iPhone zu erkennen begannen. Manch einer würde – und ich tat es vielleicht auch – wohl an meinem geistigen emütszustand zweifeln, wenn ich ihm jetzt erzähle, dass ich als Tambour der MGA morgens zu dieser unmöglichen Zeit aus den Federn steige, um irgendwann zwischen 10 und 11 Uhr mit zweimal 8 Takten unsere Marschmusik am Zürcher Kantonalmusikfest in Winterthur zu begleiten. Zwei Tassen Kaffee später war die Müdigkeit allerdings dann überwunden – oder zumindest habe ich mit ihr Frieden geschlossen und sie als Begleiter akzeptiert.
Es war schon erstaunlich, wie fit alle Musikanten morgens um 06.30 Uhr bei der Abfahrt des Cars in Richtung Winterthur waren. Zugegeben, bei den Musikanten spielte wahrscheinlich auch noch eine gewisse Portion Nervosität mit. Immerhin hatten sie noch einen erstklassigen musikalischen Wettbewerb zu bestreiten. Etwas später – gemäss Googlemaps rund 2 Stunden (sorry, habe im Car noch etwas vor mich hin gedöst) – kam dann die uniformierte Truppe der MGA in Winterthur an. Dort wurden wir von wohl einem der sympathischsten Winterthurer überhaupt empfangen. Ruedi hiess er – und Ruedi sprach „Bärndütsch“. Was auch immer diesen Mann nach Winterthur verschlug?!, aber er begrüsste uns herzlich und führte uns zum Instrumentendepot. An schliessend wurden wir mit Kaffee und Gipfeli ausgerüstet und machten uns gestärkt auf den Weg zum Start der Marschmusikstrecke. Pünktlich um 10.30 ging es los. Der Winterthurer Speaker war sich wohl das Berner Tempo nicht gewohnt, weswegen er locker und lässig über unseren Start hinaus weiterquasselte. Davon liessen wir uns allerdings nicht weiter beirren und erreichten auf der Marschmusikstrecke als erster angetretener Musikverein 73.5 Punkte und belegten damit den 3. Schlussrang. Nach dem Mittagessen durften sich die Tambouren schon mal eine erste Erfrischung gönnen. Spätestens jetzt hatte sich der erbitterte Kampf mit dem Wecker gelohnt. Für die Musikanten wurde es jetzt allerdings nochmals richtig ernst. Um 12.30 einspielen und danach gleich ins Vorspiellokal verschieben, damit pünktlich um 13.30 abgeliefert werden konnte. Und wie dann auch abgeliefert wurde: die tolle Kulisse des Winterthurer Theaters trieb unsere Musikanten schon fast zu Höchstleistungen. Mit den Stücken Tulsa von Don Gillis und Hispaniola von Jan de Haan vermochten sie nicht nur das Publikum, sondern auch die Jury zu überzeugen. Schlussendlich resultierten daraus 83.33 und 83 Punkte, was mit äusserst soliden 166.33 Punkten zum 4. Rang führte. Gleich im Anschluss wurde noch ein Vereinsfoto gemacht, was unter Berücksichtigung der sommerlichen Temperaturen und den schweren Uniformkitteln schon fast anstrengend wurde. Das Ergebnis überzeugt allerdings optisch. Spätestens jetzt durften sich auch die Musikanten mit einem kühlen Getränk erfrischen. Der Rest ist schnell erzählt: irgendwann folgten die Rangverkündigung, die Rückreise, und gegen 21.00 Uhr manövrierte unser Chauffeur souverän auf den Parkplatz beim Schulhaus Allmendingen. Schlussendlich verlor ich den Kampf gegen die Müdigkeit beim ersten Kontakt mit dem Kopfkissen viel schneller als ich ihn am Morgen noch gewonnen hatte.

Bernhard Rohrer


Berner Oberländische Musiktage 2013 Kandersteg

In Kandersteg fanden vom 31.5. bis 02.06.2013 die 30. Berner Oberländischen Musiktage statt. Ein kurzer Blick auf die Karte zeigt, dass es in dieser Fahrtrichtung eigentlich gar nicht mehr viel Berner Oberländischer geht – oder zumindest hätten wir dann anstelle der glänzend gepflegten Halbschuhe etwas robusteres Schuhwerk montieren müssen. Und auf die bequeme Car-Fahrt bis direkt vors Instrumentendepot hätten wir wohl auch verzichten müssen.

Am Samstag, 01.06.2013, fuhren wir also mit einem etwas verzögerten Reisestart (einige Musikanten wurden zunächst vermisst – sie trafen dann allerdings etwas später unter entsprechender Kurzatmigkeit doch noch ein) in Richtung Kandersteg. Früh zeichnete sich ab, was uns an diesem Tag erwarten würde. Regen, Regen und richtig: nochmals Regen. Obwohl Kandersteg sicher auch bei guter Witterung schön wäre, erwies sich die Eishalle als äusserst praktisch und trocken. Marschmusik abgesagt: was tut man nun bei Schlechtwetter und Langeweile? Genau: mal etwas Flüssiges (als hätte man davon noch nicht genug gesehen) zu sich nehmen, plaudern, Witze erzählen und warten. Bald wurde Mittag und es wurde gegessen. Obwohl: Hunger hatte irgendwie keiner; schliesslich hatte man ja auch noch nichts gemacht. Trotzdem machte sich langsam aber sicher Nervosität breit. Im Verlaufe des Nachmittags stellte sich das Musikkorps den Juroren im Gemeindesaal und spielte die beiden Stücke, welche auch am Zürcher Kantonalmusikfest auf dem Programm standen. Eine gute Hauptprobe also. Hier gab es allerdings keine Punktewertung, sondern vielmehr eine Beurteilung. Die Temperaturen im Gemeindesaal waren erdrückend. Ich stand mit meinen Tambouren-Kollegen in den hintersten Reihen und schwitzte. Und mit mir noch viele andere. Und weil man schliesslich im vorgeheizten Backofen auch was sehen möchte, erhielten die Musikanten auch noch etwas Scheinwerferlicht ins Gesicht. Nein, mit denen wollte keiner tauschen. Da ist wohl so viel Schweiss zusammengekommen, dass die Bäche überliefen, in Thun die Schleusen komplett geöffnet wurden und Bewohner der Berner Matte begannen, ihre Keller auszuräumen. Sorry, die Fantasie geht mit mir durch – zurück zum Thema. Die Musikanten lieferten ihre Stücke Tulsa von Don Gillis und Hispaniola von Jan de Haan in gewohnt erfolgreicher Manier ab und alle waren erleichtert, den Gemeindesaal verlassen zu dürfen. Nun stand noch das Tambourenwettspiel auf dem Programm. Die rekordverdächtig kurze Vorbereitungszeit – die Noten trafen erst fünf Wochen vor dem Wettkampf ein – brachte die ganze Gruppe zum Schwitzen und Zittern. Glücklicherweise war der Kirchgemeindesaal etwas kühler als der Gemeindesaal zuvor. Unter Berücksichtigung der Umstände wurde auch hier gut gearbeitet und die Tambourengruppe schloss mit den Stücken Tschiggodoro und Giubileo auf dem guten 4. Rang mit 82.55 Punkten ab.
Dann wurde noch etwas gefeiert und es folgte der Gesamtchor. Der Tambouren-Teil davon durfte durch ein paar unglückliche Umstände durch meine Wenigkeit geleitet werden. Alt-Bundesrat und Profi-Kandersteger Ogi sorgte schliesslich noch für etwas herrschende Freude, und diese nahmen wir dann auch mit auf die Heimreise nach Allmendingen.

Bernhard Rohrer