Ausschiesset-Sonntag

Bei prächtigem, mildem Herbstwetter trafen wir uns auf der Selvestrasse zum traditionellen Eröffnungsumzug des Ausschiessets, dem Ereignis für tausende Jugendliche, Eltern und Grosseltern der Kadetten und alle Thuner.
Die Spannung und Nervosität unter den Kadetten musste wohl riesengross gewesen sein, denn der Böllerschuss, der als Startschuss für den Umzug gilt, ging bereits etwa zwei Minuten zu früh los. Doch das tat der Freude auf das Ereignis keinen Abbruch.
Angeführt von dem ca 60-köpfigen Kadettenkorps und gefolgt vom Gros der gegen 320 Kadetten setzte sich der Umzug in Bewegung. Das den Kadetten folgende Element bildeten die prächtig eingekleideten 64 «Fulehündchen» – ein richtiger Augenschmaus, die Kinder so herumhüpfen zu sehen. Die Anzahl Fulehündchen entspricht genau den am Fulehundkleid aufgenähten Schellen.

Danach waren bereits wir an der Reihe. Wir, das heisst das vereinte Auftreten der drei Thuner Musikvereine. In einem mutigen und löblichen Entscheid beschlossen die drei Vereine, diese Neuheit zu wagen. Da mittlerweile bei allen Vereinen immer mehr der Nachwuchs fehlt und dazu immer viele Absenzen wegen der beginnenden Ferien zu beklagen sind, fanden sie es besser, anstelle der drei reduzierten Teams, die sich – wie in den letzten Jahren passiert – im Umzug musikalisch konkurrierten, weil die Distanzen von einem Korps zum anderen zu kurz waren, ein grosses und dementsprechend repräsentatives Korps aufzustellen. So konnten wir als stattliche Formation von nahezu achtzig Musikanten die Zuschauer erfreuen.
Unserer Formation folgten traditionsgemäss die festlich geschmückten Schützen. Den temporeichen, rührigen Abschluss bildete das über zwanzig Jugendliche zählende Drumkorps der Cliffhanger, eine auf moderne Rhythmen spezialisierte Formation von begabten Tambourinnen und Tambouren bis zum maximalen Alter von 25 Jahren, wie ich mich belehren liess.
Auch wieder traditionsgemäss folgte der Umzug der Strecke Bälliz – Freienhofgasse – Hauptgasse – Grabengut und via Waisenhausgasse zum Rathausplatz, unter dem Beifall von tausenden begeisterten Zuschauern, die die Strecke säumten – immer wieder ein faszinierendes Erlebnis.

Auf der Bühne beim Rathaus folgten danach je zwei Darbietungen der Kadettenmusik, der traditionellen Tambouren, unserer Formation mit dem «Jungle Dixi» und danach der Cliffhanger.
Der traditionelle «Berner Marsch» bildete den krönenden Abschluss des gemeinsamen Vortrages.

Das war einmal mehr ein sehr gelungener Auftakt zu den für eingefleischte Thuner schönsten Tagen des Jahres.


Geburtstagskonzert

Die MGA lud am Freitag, 15. September 2017 zu ihrem alljährlichen Geburtstagskonzert in den Saal der Kirche St. Martin in Thun ein. Eröffnet wurde das Konzert mit dem Marsch King Cotton von John Philip Sousa. Der Dirigent Martin Schranz hat ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, so dass von träumerischen Melodien, klassischen Märschen, rockigen Stücken bis zu einem Werk eines japanischen Komponisten alles vertreten war. Im Anschluss an den ersten Teil des Konzerts kamen die Konzertbesucherinnen und -besucher zu einem besonderen Leckerbissen. Die Oboistin Selina Bühler trug ihr Vortragsstück Morceau de Salon Op. 228 von Johann Wenzel Kalliwoda, mit welchem sie tags darauf am Schweizerischen Solisten- und Ensemble-Wettbewerb in Langenthal teilnehmen wollte, erstmals vor Publikum vor, wobei sie am Klavier begleitet wurde. Die Hauptprobe ist geglückt, Selina hat das anspruchsvolle Stück sehr einfühlsam und gekonnt vorgetragen. Das Publikum wie auch die Musikantinnen und Musikanten konnten nur staunen, was mit viel Üben und Engagement auf einem Instrument alles möglich ist.
An einem Geburtstagskonzert dürfen auch die besonderen Geburtstagsgrüsse nicht fehlen. Der Musikkommissionspräsident Urs Stucki konnte zwei namentlich erwähnen, und zwar waren dies das Ehrenmitglied Ernst Stucki und das Aktiv-Ehrenmitglied Joe Schöpfer. Ernst Stucki wurde am 13. Mai 2017 90 Jahre alt. Leider liess es seine Gesundheit nicht zu, am Geburtstagskonzert teilzunehmen. Die Glückwünsche wurden ihm bereits vorgängig persönlich überbracht. Joe Schöpfer kann am 26. Dezember 2017 seinen 65. Geburtstag feiern. Er ist seit 1981 in der MGA und seit 34 Jahren unser Lotto-Organisator. Wir wünschen den beiden Jubilaren alles Gute. Joe Schöpfer erhielt einen bunten Blumenstrauss, welchen er mit einer schönen Geste seiner Frau Marlyse im Publikum überreichte. Danach durfte er für einmal als Zuhörer einen Marsch geniessen.
Als nächstes standen die Tambouren auf dem Programm. Auf der anderen Saalseite trug die Tambourengruppe gewohnt souverän zwei Stücke aus ihrem Repertoire vor.
Danach erhielt die MGA Verstärkung von MGA-Jungbläserinnen bzw. –schlagzeuger, welche zur Zeit in der Jugendmusik Steffisburg mitspielen. Marla Bühler und Chiara Parillo (beide Querflöte), Viviane Becker (Altsaxophon) und Mischa Moser (Schlagzeug) setzten sich in die Reihen des Blasorchesters und spielten die nächsten vier Stücke mit. Sie haben vorgängig auch die Proben besucht und konnten so schon mal ein wenig das „grosse“ Musikorchester schnuppern. Die vier haben das toll gemacht und es würde uns freuen, wenn sie in naher Zukunft in unseren Reihen mitspielen würden.
Als Zugabe spielte die MGA zusammen mit den Tambouren den Berner Marsch und leitete über zum zweiten Teil des Abends, dem gemütlichen Beisammensein bei Kaffee und Kuchen, serviert von Musikantinnen und Musikanten der MGA.
Sonja Bachmann


Nächster Halt: Thun

„Unterwegs zuhause“ machte die Live Band SBB am Samstag, dem 17. Juni 2017 für ein Doppelkonzert mit der Musikgesellschaft Allmendingen/Thun Halt in Thun. Genauer gesagt gastierte das 20-jährige Projektorchester der SBB im 30-jährigen Schadausaal des Kultur- und Kongresszentrum Thun.

Die Live Band SBB hat eine besondere Affinität zu Thun und zur Musikgesellschaft Allmendingen/Thun. Es war bereits das dritte Doppelkonzert mit uns im Schadausaal. Bei den letzten beiden Konzerten, am 22. Juni 2002 und am 06. Juni 2014, trat die Live Band übrigens noch unter dem Namen „Blasorchester SBB“ auf.
Heinz Balmer, Live Band SBB Mitglied der ersten Stunde, hat diese drei Konzerte initiiert. Viele Jahre war er der organisatorische Leiter dieses Projektorchesters und hat sich zum Abschluss dieser Funktion für das dritte „Heimspiel“ mit der MGA engagiert. Einige MGAler haben übrigens ihre musikalischen Grundlagen bei Heinz erhalten. Er war während vielen Jahren für die MGA als Klarinettenlehrer im Einsatz.

Da die Mitglieder der Live Band SBB aus der ganzen Schweiz kommen, sind regelmässige Proben ein Luxus. Deshalb hat sich das Orchester so organisiert, dass Anlässe in Blöcken à drei bis vier Konzerten stattfinden und die Proben in den Wochen davor jeweils am Mittwochnachmittag in Kloten sind. Sofern möglich macht das Orchester am Ort des Geschehens eine Vorprobe. Dies war auch in Thun der Fall und ich hatte das Privileg dabei zu sein. Als Assistentin des eigens für dieses Konzert organisierten Fotografen der „SBB Aktiv Gruppe“ war es meine Aufgabe das Blitzgerät immer passend zu positionieren. Die Live Band wurde, wie das SBB-Personal, neu eingekleidet und das Konzert im KKThun war das erste Saalkonzert in der neuen Uniform und somit Anlass genug, dies bildlich festzuhalten. Ein bisschen beindruckt war ich schon von dieser Probe. Es ging „voll ab“ und ich hatte den Plausch die aktiven und pensionierten Lokführer, Bahnschaltermitarbeiter und Informatiker der SBB beim Proben zu beobachten und mit dem Blitzgerät gut auszuleuchten. Natürlich hatte ich ein bisschen das Gefühl, dass das Orchester nur für mich gespielt hat, schliesslich waren an dieser Probe nur wenige Unbeteiligte anwesend.

Um 19.30 Uhr ging es dann, nach einer kurzen Vorprobe, auch für uns MGAler endlich los. Vor rund 130 Zuhörerinnen und Zuhörern durften wir unter der Leitung von Martin Schranz das Konzert mit dem King‘s March eröffnen. Mit Moses und Ramses von Satoshi Yagisawa folgte auch gleich unser Masterpiece und somit der technische Höhepunkt unseres Konzertteils. Es gilt als beliebtes Stück für Wettbewerbe und war auch für uns MGAler das Selbstwahlstück am diesjährigen Kreismusiktag in Fahrni. Wir beendeten unseren Konzertteil mit Highlights von John Philipp Sousa, John Williams, Queen, Michael Jackson und Urs Heri.

Die Live Band SBB spielte ein abwechslungsreiches Programm unter der Leitung von Gilbert Tinner. Zu den rund 55 Musikanten zählen auch zwei Sänger. Stephanie Zweili und Hanspeter Zweifel performten mit der Live Band mit viel Charme und Power Medleys von Elvis Presley und Tom Jones und Songs aus Musicals wie Hairspray und Charity.

Für mich persönlich war das Doppelkonzert mit der Live Band SBB ein Höhepunkt in meinem MGA Vereinsjahr 2017. Wir MGAler möchten uns bei der Stadt Thun herzlich für die Förderbeiträge bedanken, die uns dieses Konzert finanziell ermöglicht haben!

Susanna Balmer


Kreismusiktag Fahrni

Die Musikgesellschaft Fahrni lud am Samstag, 27. Mai 2017 zum Kreismusiktag Kreis 3 des Berner Oberländischen Musikverbandes ein. Bei fast schon hochsommerlichen Temperaturen trudelten die Mitglieder der teilnehmenden Vereine ab 11 Uhr zum offiziellen Empfang mit Apéro ein.
Gestärkt von Züpfe, Käse und Orangenjus (oder wahlweise etwas Weisswein) begann spätestens ab 12.30 Uhr bei allen aktiven Musikanten der MG Allmendingen die mentale Vorbereitungsphase. Die Tambouren holten ihre Trommeln aus dem Instrumentendepot, um in Richtung Festzelt zu verschieben, während die Musikanten ihre Instrumente fürs Einspielen vorbereiteten.
Um 13.00 Uhr hielten die Tambouren im Festzelt ihr knapp 15-minütiges Ständchen. Sie spielten die Stücke Martin Rohrer Marsch, Les Trois B’s, Marching Drummers und Movin‘ Sticks. Die heissen Temperaturen verfehlten auch auf der Bühne im Festzelt ihre Wirkung nicht. Gegen 13.15 Uhr beendeten die Tambouren ihren Auftritt im Festzelt.
Gleich im Anschluss begann für das Musikkorps die Einspielzeit in der Kirche, bevor es dann um 14.05 Uhr in der Turnhalle ernst gelten sollte. Bereits beim Einspielen kämpften die Musikantinnen und Musikanten mit der Hitze. Nichtsdestotrotz konnte der Zuhörer bei einer gelungenen Darbietung der MG Allmendingen den Klängen von Moses and Ramses sowie The King’s March lauschen. Zufrieden und – soweit es den Gesichtern der Musikantinnen und Musikanten zu entnehmen war – durstig verliess das Musikkorps die Bühne.
Am späteren Nachmittag war Parademusik angesagt. Um 16.40 Uhr eröffnete der MV Steffisburg mit Evolutionen. Die MGA belegte Startplatz. Den Abschluss gestaltete die MG Fahrni auf gewohnt spektakuläre Art und Weise. Im Anschluss an die Parademusik folgte traditionell der Gesamtchor sowie die Ehrungen – diesmal ohne MGA-Vertretung.
Bei ausführlich Speis und Trank sowie guter Abendunterhaltung liessen die Musikantinnen und Musikanten den diesjährigen Kreismusiktag ausklingen.

Bernhard Rohrer